Wir kennen sie alle:
hoch aufgetürmt, dunkelgrau - schwarz drohend am Himmel stehend. Zunächst
nur dumpf grollend aus weiter Entfernung,
allmählich näher
kommend und bei auffrischendem Wind fallen die ersten dicken Tropfen, am
Himmel zucken immer wieder Blitze.
Wenn wir Glück haben
bleibt es bei einem kräftigen Platzregen und der Spuk ist vorüber.
Wenn wir Pech haben, zucken
Blitze und zeitgleich damit bricht ein Donnergebrüll auf uns los,
daß man glaubt, das letzte Stündlein hätte
geschlagen.
Die Wettererscheinung, die
hier beschrieben wird, findet sich in meteorologischen Nachschlagewerken
nüchtern wie folgt erklärt:
"Gewitter: bei hochreichend
feuchtlabiler Schichtung der Atmosphäre auftretende Wettererscheinung,
die mit elektrischen Entladungen (Blitz)
Schallerscheinungen (Donner),
starken, meist schauerartigen Niederschlägen (bisweilen als Hagel)
und heftigen, böigen Winden (Gewitterbö)
verbunden ist." (aus: Meyers
Kleines Lexikon, Meteorologie).
Bleiben wir also bei den
nüchternen Fakten.
"Hochreichend feuchtlabile
Schichtung der Atmosphäre" entsteht:
a. Im Sommer durch starke
Erwärmung der bodennahen Schichten durch Sonneneinstrahlung (Wärmegewitter).
b. Hebung der Luft beim
Durchzug einer Front (Kaltfrontgewitter).
c. Durch Verschärfung
des Temperaturgradienten infolge Abkühlung.
d. Durch Hebung feuchtwarmer
Luft an Gebirgen oder größeren Erhebungen (Orographische Gewitter).
Betrachtet man den Verlauf
am Beispiel eines schönen, heißen Sommertages unterscheidet
man 3 Entwicklungsstufen: Jugendstufe - Reifestufe - Auflösungsstufe
Jugendstufe
Cumuluswolken haben sich
im Tagesverlauf entwickelt. Aus den anfangs flachen "Schönwetter-Cumuli"
wachsen im Laufe des frühen Nachmittags
größere Haufenwolken
(Cumulus Congestus).
Reifestufe
Die aufgetürmten Haufenwolken
wachsen immer weiter in die Höhe. Längst verdunkeln sich die
unteren Ränder (Ursache ist, daß die Wolke inzwischen so mächtig
geworden ist, daß nicht mehr genügend Sonnenlicht hindurchscheint).
Im oberen Teil der Wolke
bildet sich ein sog. Gewitterschirm (feine Eiskristalle , die durch die
enormen Winde aus der Wolke hinausgeweht werden).
Die Wolke hat nun die Form
eines "AMBOß". Die Fachbezeichnung lautet: Cumulonimbus (CB).
Im Inneren der Wolke sorgen
heftige Auf- u. Abwinde dafür, daß die Wolkentröpfchen
durcheinandergewirbelt werden. Sind solche CB`s hoch genug, wachsen die
zu Eispartikeln gewordenen Wolkentröpfchen bei dem ständigen
auf und ab zu langsam größer werdenden Hagelkörnern,
die irgendwann zu schwer
werden für die Aufwinde und aus der Wolke herausfallen. Das Ergebnis
sind nicht selten verheerende Hagelschläge.
Auflösungsstufe
Bei nachlassender Energiezufuhr
regnet die Wolke allmählich aus; die Abwinde bekommen die Oberhand
und die Wolke bildet sich langsam zurück.
Oft beobachtet man dann
gerade in der sommerlichen Abenddämmerung, daß die langsam zerfasernden
Wolkenschirme von der untergehenden
Sonne in ein schönes,
zartes, dunkelrotes Abendlicht getaucht werden.
So beschaulich und harmlos
die Szene auch erscheint, so heftig und zerstörerisch kann die Szenerie
kurz vorher ausgeschaut haben.
Unser Ziel
Diese Schönheit und
gleichzeitige Zerstörungskraft des Gewitters, macht es so interessant.
Denoch sollte man nicht
die Gefahr unterschätzen.
Wir möchten Sie daher
mit unserem Blitzortungsdienst über die Entstehung und den Verlauf
von Gewitter informieren, damit Sie vorgewarnt sind. Bedenken Sie aber,
das wir dennoch keine Garantie auf Richtigkeit geben können.
Dazu ist der Wetter zu unberechenbar
- und die Zukunft kann zudem niemand vorhersagen - seien Sie also bitte
vorsichtig.